10.10.2019

Mit Bienenstrom gegen das Insektensterben

image of Fotos: © Einsele 2019
(Fotos: © Einsele 2019)

Von Volkmar Klaußer, Geschäftsführung, Stadtwerke Nürtingen GmbH

Mais soweit das Auge reicht ¿ dieser Anblick häuft sich in Deutschland. Das gelbe Korn wird oftmals zur Energiegewinnung in Biogasanalgen angepflanzt. Das ist eine ökologische Alternative zur konventionellen Energiegewinnung. Aber die Felder sind ein Trauerspiel für Bienen und andere Insekten, die darin fast keine Nahrung finden. Die Stadtwerke Nürtingen GmbH macht sich für die Bienen stark.

Mit dem Projekt Bienenstrom möchten die Stadtwerke Nürtingen GmbH dem Insektensterben entgegenwirken. Gemeinsam mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb haben sie ein Stromprodukt entwickelt, das den Anbau und die Pflege von artenreichen Blühflächen finanziert.

Bienenstrom als innovatives Produkt
Das Thema Insektensterben ist derzeit sehr präsent. Könnten die Stadtwerke helfen, die Artenvielfalt zu retten? Energiemaisfelder, die schlecht für die Artenvielfalt sind, stellen einen Teil des globalen Problems Insektensterben da. Besser wären blühende Ackerflächen. Doch diese Blühflächen, die mit Wildpflanzen zur Energiegewinnung bestellt werden, bieten einen niedrigeren Ertrag für die Landwirte. Damit besteht aber kein wirtschaftlicher Anreiz für Blühflächen. Genau hier setzt die Stadtwerke Nürtingen GmbH mit dem Projekt Bienenstrom an.

Die Motivation hinter Bienenstrom: Deutschlandweite Einführung eines Stromprodukts, das sich nicht rein über den Preis definiert, sondern Kunden einen ökologischen Mehrwert bietet.

Energievertrieb finanziert blühende Landschaften
Bienenstrom ist ein Stromprodukt, das Ökostrom und die privatwirtschaftliche Finanzierung von artenreichen Blühflächen kombiniert. Der über Bienenstrom gelieferte Ökostrom wird in alpinen Wasserkraftwerken erzeugt. Mit jeder durch die Stadtwerke Nürtingen GmbH verkauften Kilowattstunde Bienenstrom fließt darüber hinaus ein Cent je kWh als Blühhilfe-Beitrag in das Projekt zum An- und Ausbau von Blühflächen. Die Käufer von Bienenstrom zahlen diesen Blühhilfe-Beitrag und werden so zu Blühhelfern. Die am Projekt beteiligten Landwirte (Blühpaten) erhalten dauerhaft einen Blühhilfe-Beitrag pro Hektar Anbaufläche und können so ihre Ertragsminderung ausgleichen. Bienenstrom wird auf der Homepage bienenstrom.de deutschlandweit vertrieben. Neben einem Tarifrechner sind dort unter anderem Neuigkeiten zum Projekt und eine Landkarte mit den eingezeichnete Blühflächen zu finden.

Image- und Kundenzuwachs durch das Projekt
Die Medien haben das Projekt Bienenstrom sehr gut aufgenommen. Mehrere Fernsehsender wie ZDF oder ARTE sowie reichweiesind durchweg positiv und fördern den Zuwachs an Kunden. Medienberichte sind ein wichtiges Standbein für den Erfolg von Bienenstrom.

Die Kunden von Bienenstrom umfassen sowohl Personen, die bereits Ökostrom beziehen, sowie Personen, die mit Bienenstrom jetzt Verantwortung übernehmen wollen. Die Kundenzahl wächst stetig: Im August 2019 waren es ca. 400 Haushaltskunden sowie Gewerbekunden, deren Strombedarf ungefähr weiteren 100 Haushaltskunden entspricht.

20 Hektar Blühfläche
Im und um das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurden im Rahmen des Bienenstromprojektes Ende April 2018 erstmalig blühende Wildpflanzen zur Energiegewinnung in Biogasanlagen ausgesät. Elf Landwirte beziehungsweise agrarwirtschaftliche Unternehmen haben die Pflanzenmischungen im ersten Projektjahr ausgebracht. Im Jahr 2019 sind es bereits 14 Blühpaten. Insgesamt ergibt das 20 Hektar (200.000 Quadratmeter) Blühfläche, die durch das Projekt finanziert werden. Wie auf dem Bild zu sehen, stehen Hinweisschilder am Rand der Blühflächen. Sie informieren Spaziergänger vor Ort über die blühende V

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