Olten (energate) ¿ Nach einem Entscheid des Bundesrats verpflichtet sich die Schweiz zur
Treibhausgasneutralität ab dem Jahr 2050. Das Uvek begrüsst diesen Vorstoss.
Suisse Eole beklagt derweil fehlende politische Unterstützung für den Windkraftausbau, dabei wird gerade das
Netto-Null-Ziel neue und CO2-neutrale Stromerzeugungskapazitäten erfordern.
Suisse Eole fordert bessere Rahmenbedingungen Der Windenergieverband Suisse Eole befürchtet, dass die
Windenergieausbauziele des Bundes unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht erreicht werden. Der Verband fordert deshalb politische Massnahmen. ¿Mit dem Auslaufen der Einspeisevergütung fehlt der Anreiz, in neue Stromerzeugungskapazitäten zu investieren, welche nicht von den neuen Regulierungen für den Eigenverbrauch profitieren¿, so Verbandsgeschäftsführer Reto Rigassi. Ein weiteres Hemmnis seien die langwierigen und umständlichen Bewilligungsverfahren. Neben unbürokratischeren Bewilligungsverfahren wünscht sich Suisse Eole vor allem eine Anschlusslösung für die Einspeisevergütung.
Alpiq rutscht tief ins Minus Alpiq musste im
ersten Halbjahr einen Verlust von 206 Mio. Franken auf Stufe Ebit hinnehmen. Im Vorjahreszeitraum wies das Ebit noch ein Minus von 18 Mio. Franken auf. Verantwortlich für den Anstieg des Verlustes waren Alpiq zufolge Sondereinflüsse, hauptsächlich Wertminderungen bei den zur Veräusserung gehaltenen tschechischen Kohlekraftwerken Kladno und Zlín. Ohne die Sondereinflüsse hätte Alpiq ein Minus von 16 Mio. Franken auf Ebene Ebit geschrieben. Der Verkauf der Kohlekraftwerke erfolgte aus strategischen Gründen, die Transaktion soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden. Auch der Umsatz sank von rund 2,6 Mrd. Franken auf nur noch etwas mehr als 2,2 Mrd. Franken.
Alpiq-CFO: ¿Unser Geschäftsmodell funktioniert¿ Alpiq-CFO Thomas Bucher äusserte sich im
Interview mit energate zu den hohen Verlusten im ersten Halbjahr und zum Vorgehen von Grossaktionär Eric Knight, der den geplanten Verkauf der Alpiq-Aktien zum Preis von 70 Franken an CSA Energie-Infrastruktur Schweiz stoppen will. Mit dem Halbjahresergebnis sei er zufrieden, so Bucher, es entspräche den Erwartungen. ¿Unser Geschäftsmodell funktioniert, wir haben ein diversifiziertes Portfolio, das wir positiv vermarkten können. Unsere Kraftwerke konnten wir in Europa entsprechend gut einsetzen.¿ Die Forderungen von Eric Knight beunruhigen Bucher nicht, er stützt sich auf eine Fairness Opinion des Gutachters PWC.
Bundesrat beschliesst Netto-Null-Ziel Die Schweiz will
ab dem Jahr 2050 nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können. Das sogenannte Netto-Null-Ziel soll sicherstellen, dass die Schweiz ihren Beitrag zur Begrenzung der weltweiten Klimaerwärmung auf unter 1,5 Grad leistet. Bisher war von einer Reduktion der Schweizer Emissionen bis 2050 um 70 bis 85 Prozent die Rede. Mit dem Entscheid für die Verschärfung des Klimaziels schaffe der Bundesrat Planungssicherheit und schaffe Anreize, möglichst rasch in klimafreundliche Lösungen zu investieren, so das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek).
Netto-Null-Ziel: Konkrete Massnahmen gefordert