15.10.2019

Gemeinsam smart | emw

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(Sabine Tesche)
Von Dr. Detlef Hug, Thüga Aktiengesellschaft

Ob im öffentlichen Raum oder im privaten Umfeld ¿ intelligente Technologien verändern rasant urbane Lebensräume und -welten. Und das nicht nur in Mega-Citys oder futuristischen Metropolen, sondern auch in deutschen Städten jeder Größe. Stadtwerke und regionale Energieversorger sehen sich hier in der Mitverantwortung für die Gestaltung der Lebensqualität am Standort und treiben daher Smart-City-Anwendungen auf kommunaler Ebene voran.

Man sieht es ihm auf den ersten Blick nicht an. Doch der Bahnhofsvorplatz im hessischen Bürstadt ist smart! Die installierten 100 Leuchten erhellen den Platz dort nicht nur effizient, 44 von ihnen erfassen mit der eingebauten Radartechnik sogar die aktuelle Parksituation. Über eine App wird Autofahrern auf ihrem Smartphone der Weg zum nächsten freien Parkplatz gewiesen. Auch das Anmieten von Leihfahrrädern wird bereits über die smarten Lampen gesteuert, die Integration von Carsharing-Angeboten soll bald folgen. Doch damit noch nicht genug: Die mit intelligenten Systemen ausgestatteten Lichtquellen verfügen auch über Notruffunktionen und ein integriertes WLAN.

Das Beispiel Bürstadt ist eines der Leuchtturmprojekte, die kommunale Energiedienstleister in Deutschland aktuell mit der Thüga umsetzen. Der Stadtwerkeverbund entwickelt mit seinen rund 100 Partnerunternehmen Produkte und Dienstleistungen für die smarte Kommune. Sie arbeiten dazu sowohl mit Start-ups und universitären Forschungseinrichtungen als auch mit etablierten Industriepartnern zusammen. Gemeinsames Ziel ist, neue zukunftsfähige Smart-City-Geschäftsmodelle zu pilotieren und umzusetzen.

In fünf Jahren Kerngeschäft
Eine Umfrage des Kompetenzcenters Innovation der Thüga aus dem Frühjahr 2019 unter den Partnerunternehmen zeigt, dass drei Viertel von ihnen bereits an Smart-City-Projekten arbeiten. Die Befragten gehen davon aus, dass Smart- City-Lösungen in fünf Jahren bereits Teil des Kerngeschäfts von Stadtwerken sind. Diese Erkenntnis stützt auch die Ergebnisse der hauseigenen Studie ¿Kommune 2030¿ aus dem vergangenen Jahr, die vier hat: Wohnen, Mobilität, Versorgung und Kommunikationsinfrastruktur.

Rasante Entwicklung am Markt
Der technische Fortschritt, der schärfer werdende Wettbewerb beim Energie- und Telekommunikationsvertrieb und die Konkurrenz zu global agierenden Tech-Unternehmen beschleunigen die Entwicklungen enorm. Nicht zuletzt seit dem Aufkommen der Fridays-for-Future-Bewegung werden Klimaschutz und damit einhergehend nachhaltige Mobilitätslösungen dringlicher denn je. Gefragt sind bei Stadtwerken und regionalen Energieunternehmen deshalb Kooperationen und neue, mit Partnern entwickelte Geschäftsmodelle. Auf diese Weise lassen sich das Know-how bündeln und der personelle wie finanzielle Aufwand bei der Ausarbeitung stemmen.

Beim Bürstädter Projekt zum Beispiel arbeitet die Straßenbeleuchtung Rhein Main GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Mainova AG, mit dem Leuchtenhersteller Selux und dem Stadtwerkeverbund zusammen. Gebündelt werden solche Projekte bei der Thüga im Kompetenzcenter Innovation. Das Cluster unterstützt kommunale Energieversorger mit der Planung und Umsetzung von Smart-City-Anwendungen. Das Kernteam Smart City betrachtet unterschiedliche Anwendungsfälle, testet sie in Pilotprojekten und entwickelt den Baukasten für die Partnerunternehmen kontinuierlich weiter. Dieser gliedert sich in vier Bereiche: Konzeption, Anwendungsfälle, Kommunikationsstruktur und Aufbau der Smart-City-Datenplattform. Erste Projekte nach diesem Prinzip werden in deutschen Städten bereits umgesetzt.

Nie mehr Stau
In Freiburg im Breisgau testet die badenova, ein Partnerunternehmen der Thüga, zu
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