Single

Remmel: Konflikte um Windräder werden steigen

Die Konflikte beim Bau von Windrädern werden in Nordrhein-Westfalen eher zunehmen. "Die guten Standorte sind größtenteils erschlossen, es folgen Konflikte um die Naturverträglichkeit", sagte der nordrhein-westfälische Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) auf einer Tagung in Düsseldorf. Dies lasse sich an der steigenden Anzahl von Verfahren ablesen. Eine ehrliche Diskussion vor Ort sei daher wichtig, ein "Heiligenschein um Erneuerbare" dagegen der falsche Weg. "Es sind Industrieanlagen, die in die Natur eingreifen", sagte Remmel. Er sei dafür, Habitate zu schützen, aber nicht jedes einzelne Tier. Nordrhein-Westfalen werde dafür wohl auch seinen Artenschutzleitfaden weiterentwickeln müssen.

Trotz der Standortproblematik zeigte sich Remmel überzeugt davon, dass der Erneuerbaren-Zubau anziehen statt nachlassen sollte. Die in Paris beschlossene Dekarbonisierung lasse sich nur mit der Sektorkopplung in den Bereichen Verkehr und Wärme erreichen und dafür brauche es mehr Erneuerbaren-Anlagen. Auch bei der Biomasse will der Umweltminister am liebsten den "Reset-Knopf" drücken. "Wir müssen hier aus der Vermaisungsdiskussion heraus." Mithilfe von Zertifikaten könne man die Diskussion seiner Ansicht nach versachlichen. Remmel plädierte dafür, gleich nach der Bundestagswahl das EEG erneut zu novellieren. Denn in der aktuellen Form würden die Ausbauziele wohl nicht erreicht. /mt

Immer besser informiert: Jetzt den energate messenger+ testen!