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energate messenger+: Gaskraftwerke übertrumpfen die Kohle

Laut energate messenger+ haben Gaskraftwerke die Kohleverstromung in der Grundlasterzeugung verdrängt - diese Nachricht gab es Anfang Juli erstmals seit dem Jahr 2011 wieder zu lesen. Die als Problemkinder unter den Kraftwerken geltenden Gaskraftwerke haben in den Peakloadstunden zuletzt eine größere Gewinnspanne erreicht als mit Kohle befeuerte Anlagen. Zwar halten es Marktbeobachter für unwahrscheinlich, dass bereits ein nachhaltiger Trend in der Stromerzeugung eingeläutet wurde, dennoch sorgte die Verschiebung in der Merit-Order für Aufsehen.

Ablesen lässt sich diese Entwicklung beispielsweise an den Zahlen der Halbjahresbilanz von RWE. Der Energiekonzern teilte mit, dass die Stromerzeugung in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 107,1 Mrd. kWh gestiegen ist. Den Grund dafür liefert RWE gleich mit: "Ausschlagend war, dass sich die Marktbedingungen für die Gaskraftwerke verbessert haben, und die Anlagen daher wesentlich mehr zum Einsatz kamen." Noch detaillierter zeigen von RWE vorgelegte Charts, wie sich die Profitabilität in den Peakloadstunden verschoben hat. So konnte ein Gaskraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 50 Prozent Ende Juli mit einer für 2017 verkaufen Peakstunde fünf Euro/MWh erwirtschaften. Ein Kohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 37 Prozent lag mit unter drei Euro/MWh darunter. Neben dieser punktuellen Betrachtung ist auffällig, dass Gaskraftwerke überhaupt positive Erträge einbringen. Noch im Jahr 2013 lagen die Verluste selbst im Peakload bei etwa zwölf Euro/MWh. Zu diesem Zeitpunkt waren Kohlekraftwerke um rund 20 Euro/MWh profitabler als Gas.

Als Auslöser für die Verschiebung von der Kohle hin zum Gas gelten die Preisentwicklungen bei den Energieträgern. An der EEX sank der Gaspreis am Terminmarkt im Marktgebiet NCG von über 20 Euro/MWh im vergangenen Jahr auf zwischenzeitlich unter 14 Euro/MWh. Aktuell notiert das Frontjahr bei knapp 16 Euro/MWh. Im Gaspool-Marktgebiet ist die Entwicklung vergleichbar. Gleiches gilt für den Spothandel, in dem der Day Ahead (NCG) seit Januar über 15 Euro/MWh auf unter 11 Euro/MWh gestürzt ist. Die Kohle hingegen erlebte einen unerwarteten Aufschwung. Der Steinkohleindex API#2 (2017) stieg zuletzt auf über 60 US-Dollar/t an, während die Preis zu Beginn des Jahres noch unter der 40-Dollar-Marke notierten. Diese Entwicklung der Brennstoffkosten machte den Betrieb von Gaskraftwerken schließlich stellenweise profitabler als den Einsatz von Kohlekraftwerken. /as

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