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Diskussionsrunde e21.round table - „Wir brauchen 18 Mio. Sanierungsfahrpläne“

Das Energiesparpotenzial des Gebäudebestandes in Deutschland kann nur mit individuellen Sanierungsfahrplänen und einer besseren Beratung genutzt werden. Dies war ein zentrales Ergebnis der vom e21.magazin durchgeführten Diskussionsrunde "e21.round table - Wege zur Wärmewende" in Berlin."Wir werden einen Mix aus Fördermaßnahmen, Finanzierungsinstrumenten und Beratung entwickeln, der mehr Effizienz auf die Straße bringt", kündigte Thorsten Herdan an, der die Abteilung "Energiepolitik - Wärme und Effizienz" im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie leitet. Das Maßnahmenpaket sei Teil des Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (Nape), der Ende des Jahres im Kabinett beschlossen werden soll.

Offenheit für individuelle Lösungswege forderte Timm Kehler, Sprecher des Vorstands der Brancheninitiative Zukunft Erdgas. "Im Prinzip brauchen wir für jedes der 18 Mio. Wohngebäude in Deutschland einen individuellen Sanierungsfahrplan." Dieser müsse sich an der jeweiligen Leistungsfähigkeit der Bewohner orientieren und die Fördermittel im Sinne des Klimaschutzes mit der größtmöglichen Effizienz einsetzen. Als führender Energieträger im Wärmebereich spiele Erdgas dabei eine wichtige Rolle. "Wenn ich einen alten Heizkessel austausche, kann ich für relativ kleines Geld eine Anlage einbauen, die sich nach wenigen Jahren amortisiert", sagte Manfred Greis, Präsident des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). Dies sei auch für einkommensschwache Haushalte zu bewältigen.

Die Hauseigentümer sehen vor allem in einer besseren Beratung sowie in stabilen politischen Rahmenbedingungen einen geeigneten Ansatz, um die Sanierungsrate zu erhöhen. "Wir brauchen Stringenz und einen politischen Fahrplan", appellierte Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund Deutschland, an die Politik. Dazu gehörten auch Maßnahmen, die eine hochqualitative Energieberatung gewährleisten. Diese könne dann den Hausbesitzern die optimale Lösung aufzeigen. Aus Sicht der Umweltverbände bestehen vor allem im Ordnungsrecht noch viele Hemmnisse, die eine raschere Umsetzung der Klimaschutzziele verhindern. Ulf Sieberg, Nabu-Experte für den Wärmemarkt, forderte daher mehr Transparenz und eine Vereinfachung der Gesetzgebung. Dies könne etwa durch eine Zusammenlegung der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und der Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes (EEWärmeG) geschehen. Aber auch verpflichtende Instrumente seien überlegenswert. "Warum setzen wir nicht ein Ordnungsrecht in die Spur, das erst in zehn Jahren beginnt und daher vom Ende her denkt", so Sieberg.

Das vollständige Gespräch können Sie in der September-Ausgabe des e21.magazins nachlesen, das am 15.09.2014 erscheint.